ACHTUNG: je nach Auffassung kann diese Seite Spuren von Werbung enthalten!

Reisetagebuch

2015-08-10
2015-08-11
2015-08-12
2015-08-13
2015-08-14
2015-08-15
2015-08-16
2015-08-17
2015-08-18
2015-08-19
2015-08-20
2015-08-21
2015-08-22
2015-08-23
2015-08-24
2015-08-25
2015-08-26
2015-08-27
2015-08-28
2015-08-29
2015-08-30
2015-08-31
2015-09-...
Bilder

2015-08-24

15. Tag: 104 Kilometer (Gesamt: 1549); 335 Höhenmeter, 133 Meter max. Höhe
Strecke: Montebelluna (08:15 Uhr) - Venedig (17:30 Uhr)
Wetter: unterschiedlich bewölkt, Morgens Regen, 23°

Den Aufbruch bekomme ich noch trocken hin, doch kaum rollen die Räder, beginnt es zu regnen. Doch ich will nicht klagen, immerhin habe ich alles packen können, ohne dass etwas nass in die Taschen kam. Beim nächsten Supermarkt der übliche Verpflegungsstopp: Brötchen, Käse, Sojamilch, Eistee, und die erste Tube mit dem Reisewaschmittel ist auch so langsam geschafft. Tägliches Wäsche waschen hat seinen Preis, doch ich fühle mich nicht unwohl, wobei heute keine Unterhose und Socken im Fahrtwind flattern. Der Erfolg wäre ohnehin zweifelhaft, bei dem Wetter, und für den Abend wartet ein Hotelzimmer. Hatte ich mir extra am Vortag noch gebucht, nachdem der Reisebericht versandt war. Eine Herberge zum Preis von 144 Euro für zwei Nächte, inklusiv Frühstück, exklusiv der drei Euro Touristengebühr, die an die Stadt geht, oder wer immer dafür die Hand aufhält. Das Tagesziel steht damit ausnahmsweise fest: Lido-di-Venezia, Venice Beach, oder vereinfacht und auf deutsch - Venedig.
Nach circa sieben Kilometern Fahrt, es ist gerade kurz nach 09:00 Uhr, wird aus dem Nieselregen ein ergiebigerer Schauer und ich kombiniere das Abwarten auf nachlassenden Niederschlag mit dem Frühstück; eine überdachte Bushaltestelle kommt mir dabei genau recht. Pünktlich, nachdem eine knappe Stunde später alles wieder verstaut und zwischenzeitliche Tascheninhalte dezimiert sind, geht es weiter, Richtung Treviso.
Der Weg ähnelt dem des Vortags. Ortschaften gehen ineinander über, ich radle über schwach befahrene Straßen, und irgendwie spricht mich alles nicht so sonderlich an. Doch was soll's, ich kannte die Gegend vorher nicht, nun bin ich ein Stück schlauer. Treviso hingegen könnte man sich eingehender anschauen. Die Stadt am Sile ist fast rechteckig von einer Umgehungsstraße umschlossen, im Innern existiert ein Labyrinth aus Einbahnstraßen und engen Gassen. Einmal mehr radle ich planlos durch einen Ort, halte den Fotoapparat auf alles, was mir der Erinnerung wert ist, und bekomme von der Präfektur über den Dom bis hin zu Fisch- und Gemüsemärkten allerlei zu sehen, von den üblichen Geschäften und Boutiquen mal abgesehen, die in nahezu jeder Stadt vertreten sind.
Entlang des Sile verlasse ich Treviso und radle dem Tagesziel entgegen, bis die Lagune erreicht ist, an der Venedig liegt. Die Besiedlung nimmt ab, im Fluss finden sich auf einem Abschnitt reihenweise Wracks von Bootsrümpfen, die langsam aber sich vor sich hin faulen. Statt der Via-Claudia-Augusta Beschilderung stoße ich vermehrt neben lokalen Routen auf Wegweiser eines Radweges München-Venedig, denen ich aber auch nicht konsequent folge. Ich bleibe auf der ausgearbeiteten Strecke bis ich auf einer Schnellstraße lande, von der ich im Hinterkopf habe, dass ich sie auf dem anderen Ufer des Sile umgehen kann. Die Kreuze am Wegesrand und die vorbei rasenden Autos tragen nicht unbedingt zum Wohlbehagen bei, und so erkundige ich mich an einer nahen Tankstelle vorsichtshalber noch einmal nach der Alternativroute.
Kein Problem, so teilt man mir mit, halt nur die letzten zwei Kilometer wieder zurück, dann über die Brücke, und schon sei ich auf dem gewünschten Weg. Gesagt, getan. Zur Sicherheit frage ich noch einmal nach, als ich die ersten Meter auf der neuen Piste daher rolle, doch diesmal hört sich das Ganze weniger überzeugend an. Der Fahrer eines Lieferwagens zeigt auf meine Packtaschen und gibt irgend etwas von sich, was ich nicht verstehe. Alta? Keine Ahnung, was er mir mitteilen will, hört sich aber bedenklich an. Nachdem wir beide die Schultern zucken, trete ich weiter. Ich bilde mir ein, in der Karte eine Kennzeichnung als Pfad in Erinnerung zu haben, was die Sache dann auch schnell trifft. Über knapp sieben Kilometer holpere ich über eine schmale Spur, die mich nur selten wahrnehmen lässt, was sich da zur Rechten befindet: ein sumpfige Wasserlandschaft, hin und wieder mit Stegen und Fischerbooten, an deren anderem Ende, ein paar hundert Meter weiter, Bäume und Bebauungen zu sehen sind. Die Lagune!
10 Kilometer weiter, wieder über Asphalt, erreiche ich die Stadt Jesolo, die die östliche Begrenzung der Lagune bildet. Da die Zeit voran geschritten ist, es geht bereits auf 15:30 Uhr zu, die Restaurants, an denen ich vorbei komme, geschlossen sind, möchte ich an sich nur noch zügig ankommen. Gut 60 Kilometer Radeln, einschließlich der erwähnten Holperpiste, lassen den Wunsch aufkommen, auch die verbleibenden 25 Kilometer möglichst rasch zu überwinden, oder eine Gelegenheit zu finden, bei einer warmen Mahlzeit Kraft zu tanken. Aus letzterem wird nichts, ersteres zieht sich dadurch in die Länge, dass der Weg phasenweise aus losem Schotter besteht, doch dann geht alles ganz schnell. Der Endpunkt, der Fähranleger, um von der Landspitze aus weiter zu kommen, ist erreicht, ein Ticket schnell geordert, und kaum bin ich auf dem Boot, legt dieses ab, um von der einen Halbinsel auf die nächste überzusetzen. Die Passage dauert 20 Minuten, dann noch fünf Minuten zum Hotel, und ich stehe vor den Toren Venedigs.
Hinsichtlich der Hotelreservierung macht mich die Dame an der Rezeption darauf aufmerksam, dass auch eine zweite Person im Preis enthalten sei, dieser sich für mich alleine allerdings nicht ändere. Spaßes halber rufe ich Ute an und frage nach, ob sie nicht schnell rüber kommen will, doch dem stehen gute 1000 Kilometer sowie andere Verpflichtungen im Wege, was mir einen Abend allein an der Adria beschert - selbst gewähltes Schicksal, einmal mehr, aber ich hab's ja nicht anders gewollt.



Bericht zurück
2015-08-23
Seitenanfang
2015-08-24
Bericht vor
2015-08-25



Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




Newsletter

Sie wollen per E-Mail über neue Einträge auf dieser Seite informiert werden?
Kein Problem!
Klicken Sie auf Newsletter und folgen Sie den dort beschriebenen Anweisungen.




Live Vortrag

Zurzeit sind 3 Veranstaltungen geplant, die Liste unter Vorträge, in der Sie Details zum Wann, Wo und Worüber finden, wird jedoch ständig aktualisiert.
Falls Sie selbst Interesse haben, mich einzuladen oder Sie einen Veranstalter kennen, treten Sie gerne mit mir in Kontakt. Es erwarten Sie unterhaltsame anderthalb bis zwei Stunden Fotoshow mit live vorgetragenen Erlebnissen und Anekdoten sowie Musik untermalten Passagen. Für Fragen oder einen kleinen Plausch stehe ich Ihnen während einer kurzen Pause oder im Anschluss gerne zur Verfügung.
Ich freue mich über Ihren Besuch und bin gespannt darauf, Sie kennen zu lernen!




Werbung in eigener Sache

Der Reisebericht der Radtour 2011 von Köln über Barcelona nach Formentera ist unter dem Titel "Urlaub, mal anders" (ISBN: 978-3-7309-0754-2) als E-Book für kleines Geld im Handel erhältlich.

Kennen Sie das?
Sie haben den Supermarkt gerade hinter sich gelassen da fällt Ihnen ein, was Sie unbedingt besorgen wollten - dann aber doch vergessen haben. Das ist nicht nur on tour blöd, sondern Zuhause ebenso. Und da Stift und Zettel sich häufig genug nicht in greifbarer Nähe befinden, der kleine elektronische Störenfried hingegen schon und weil es obendrein viel praktischer ist: verwenden Sie, sofern Sie es nicht bereits tun, Pruedis Einkaufsliste.
Die App für Ihr Android Smartphone, der Sie nicht nur vertrauen können, die Sie nicht mit Werbung belästigt, die auf das Wesentliche reduziert ist, die sich einfach bedienen lässt und die auch dort funktioniert, wo es vielleicht mal kein Internet gibt.
Sie kennen Pruedis Einkaufsliste noch nicht? Dann wird's aber Zeit - jetzt kostenlos testen!