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Reisetagebuch

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Bilder

2015-08-26

17. Tag: 86 Kilometer (Gesamt: 1635); 244 Höhenmeter; 13 Meter max. Höhe
Strecke: Venedig (09:30 Uhr) - Porto Levante (17:00 Uhr)
Wetter: sonnig, 29°

Nach zwei Nächsten am gleichen Ort geht das Nomadentum weiter. Ein Zelt abzubrechen gibt es nicht, dennoch sind Taschen zu packen und alles am Rad zu verzurren, bevor es los gehen kann. Das ab 08:00 Uhr bereit stehende Frühstücksbuffet im Hotel soll auch nicht ungenutzt bleiben, und so dauert es seine Zeit, bis die Räder rollen. Noch einen Blick auf den Strand Venedigs, dann gelange ich, unterstützt vom Rückenwind, zum südlichen Teil der Insel. Zusammen mit einem Linienbus erreiche ich die Fähre, und ohne lange Warterei setze ich über zur Nachbarinsel. Auf Pellestrina geht es bereits bedeutend ruhiger zu. Es scheint kaum Tourismus zu geben, alles wirkt ursprünglicher und gelassener, eine angenehme Atmosphäre. Auch hier warten knapp zehn Kilometer Asphalt auf mich, anders jedoch als zuvor, warte ich 20 Minuten auf die Fähre, die mich nach Chioggia und damit zurück auf das Festland bringt. Die Wartezeit verkürze ich mir mit einer halben Melone, die ich am Vorabend im Supermarkt erstand. Auf der abermals kurzen Überfahrt lerne ich ein Pärchen aus München kennen. An sich wollten sie komplett mit dem Rad angereist sein, doch irgend etwas hielt sie davon ab, sie kehrten mit dem Zug zurück und starteten erneut mit dem Wohnmobil, um sich nun eine Woche lang mit Tagestouren in der Region zu vergnügen. Dem Anschein nach sind sie nicht das erste Mal vor Ort, doch brauchbare Tipps springen nicht dabei für mich heraus.
Chioggia, so klären sie mich auf, sei so etwas wie Venedig in klein, doch mein Bedarf an Sightseeing ist für das erste gedeckt. Über zunächst stark befahrene Straßen gelange ich an den Brenta, den Fluss, der mich aus den Alpen heraus führte. Wenig später der nächste Strom, der Etsch, mit dem meine Reise in Italien am Reschensee quasi startete. Entlang der Flüsse werden die Wege kleiner, ich folge lokalen Radrouten, bis ich das Mündungsdelta des Pos erreiche. Wasser gibt es hier zuhauf, wo der Fluss nicht mäandert, wurden Kanäle angelegt, um Felder zu versorgen, ansonsten treffe ich auf Sumpf- und Seenlandschaften. Vielerorts liegen Fischerboote am Ufer und immer wieder scheuche ich mit meinem Erscheinen Vögel auf, denen die seichten Gewässer als Nahrungsquelle dienen.
Ich genieße die Ruhe, die die Gegend ausstrahlt. An einem Rastplatz lege ich zum späten Mittag eine Pause ein, stärke mich ein wenig, lasse bei einer kurzen Siesta die Seele baumeln, dann geht es weiter. Gute 40 Kilometer will ich noch schaffen, 60 liegen bereits hinter mir. An einem kleinen See am Ufer des Po könnte es eine gute Gelegenheit für ein verstecktes Plätzchen im Grünen geben, inklusive Wasserversorgung für eine Dusche oder ein Bad und die Wäsche. Es kommt jedoch alles ganz anders.
Dort, wo ein Teilstück der Route auf dem Navi endet und es auf der anderen Uferseite eines Po Arms weiter gehen sollte, gibt es keine Möglichkeit zur Überquerung des Flusses. Eine laut Karte bestehende Fährverbindung wurde wohl vor einiger Zeit eingestellt, und auf die Wiederaufnahme des Betriebs oder den Bau einer Brücke mag ich nicht warten. Die Alternative: zurück, noch weiter zurück und über die nächste Brücke; einzig kleiner Haken dabei: der Schlenker kostet mich gute 20 Kilometer beziehungsweise etwas mehr als eine Stunde. Ich könnte zwar auf halbem Wege ein gutes Stück abkürzen, um an einem weiter südlich gelegenen Ausläufer des Pos auf die geplante Route zu gelangen, würde dann aber das Gebiet umfahren, welches ich unbedingt sehen wollte.
Also der Umweg. Als ich mit Porto Levante den Ort erreiche, zu dem mich die Fähre übersetzen sollte, mache ich kurz halt in einer Bar. Komme mir vor wie ein Cowboy auf der Durchreise. Mein Wunsch nach einem Radler stößt auf Unverständnis. Bei halb vollem Bierglas fordere ich die Bedienung auf, weitere Bemühungen am Zapfhahn einzustellen und den Rest mit Sprite aufzufüllen. Das ist der Dame dann aber doch zu dubios, und so erhalte ich das halbe Bier zusammen mit einer Flasche der gewünschten Limonade. Soll ich doch selber zusehen, wie ich glücklich werde. Die Limo reicht noch für eine weiteres halbes Bierglas, entsprechend ordere ich kurze Zeit später Gerstensaft nach, und mit nicht mehr gar so trockener Kehle setze ich Augenblicke später die Fahrt fort. Ein kurzes Stück weiter finde ich einen Rastplatz. Sieht gar nicht mal so verkehrt aus, zum Zelten, und so lasse ich mich nieder, blicke fasziniert rüber zu dem Schwarm Flamingos, der sich gelegentlich erhebt und wieder in das Wasser nieder lässt, packe den Rechner aus und überbrücke die Zeit, bis die Dämmerung beginnt, die Moskitos sich wahrscheinlich über mich hermachen und ich es wagen kann, mich zu duschen und das Zelt aufzubauen. Da noch alle fünf Minuten ein Auto oder Motorrad vorbei kommt, will ich nicht zu schnell deutlich werden lassen, was ich vorhabe - man weiß ja nie, auf was für Ideen man seine Mitmenschen damit so bringt.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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