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Reisetagebuch

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2015-08-27

18. Tag: 112 Kilometer (Gesamt: 1747); 368 Höhenmeter; 22 Meter max. Höhe
Strecke: Porto Levante (08:30 Uhr) - Ro (18:00 Uhr)
Wetter: sonnig, 30°

Kaum war am Vorabend das Zelt errichtet und die Sonne untergegangen, brach die befürchtete Mückeninvasion aus. Ein Sirren lag plötzlich in der Luft; weitere Zeit unter freiem Himmel verbringen? Undenkbar! Also ab ins Zelt und von dort aus die letzten Handgriffe des Tages erledigen. Unangenehm dabei: es fehlte die Dusche, auf die ich bislang nicht zu verzichten brauchte, doch das Wasser der Lagune war salzig und machte nicht unbedingt den vertrauenserweckendsten Eindruck.
Die Nacht selbst verbringe ich einmal mehr ruhig. Kein Straßenlärm, keine Bahn in der Nähe, noch nicht einmal Flugzeuge. Nur noch eine Weile das Sirren der kleinen Blutsauger.
Erst Morgens kommen wieder die ersten Autos vorbei, doch das stört beim Abbau des Zeltes wenig.
Die ersten Kilometer in der Wasser durchfluteten Landschaft zu genießen fällt mir schwer. Verdauungsprobleme machen mir zu schaffen, doch irgendwann klappt es mit der wohltuenden Erleichterung und schon sieht die Welt wieder besser aus. Bereits die Camargue begeisterte mich, die Ebro Mündung erlebe ich hoffentlich noch zu Ende der Tour, doch auch das Po-Delta sah bereits auf der Karte viel versprechend aus und trübt die Erwartungen nicht. Insofern bereue ich den gestrigen Umweg nicht, verteilt er mir den Spaß auf zwei Tage.
Es gibt zwar einen noch südlicheren Ausläufer des Stroms, der in die Adria mündet, doch mit dem Erreichen des Po-di-Maistra beende ich meine Tour durch die Lagunenlandschaft. Gerne hätte ich noch einen sandigen Abschnitt gefunden und mich in die Fluten gestürzt, doch derartiges bleibt mir verwehrt. Die Uferbereiche sind entweder mit dicken Steinklötzen befestigt, meist aber zugewuchert und dort, wo Stege den Zugang zu den Fischerbooten ermöglichen, schwappt eine Brühe, durch die ich mich nicht begeben mag.
Mit dem Poausläufer selbst gelange ich wieder auf einen Radweg. Zu meiner Überraschung ist er sogar neben der italienischen Route I-3 als Euroveloroute 8 ausgeschildert. Ich war an sich davon ausgegangen, meiner eigenen Interpretation dieser Strecke zu folgen. Als ich hinter Porto Viro den Wegweisern vertraue anstatt meine Route auf dem Navi abzuradeln, weicht die Begeisterung. Der Weg ist holperig, etwa 10 Kilometer länger und führt Teile davon schnurstracks geradeaus einen Kanal entlang.
War der Po auf seinen letzten 20 Kilometern ein mäanderndes Gewässer, das sich auf Auenwälder und Sümpfe ausdehnte, so ist er davor nahezu ein See mit stellenweise 500 Meter Breite. Die Straße auf dem Deich darf auch vom motorisierten Verkehr genutzt werden, aber überwiegend habe ich den Asphalt für mich allein. Etwa alle fünf Kilometer liegt ein Dorf am Wegesrand, es gibt Auf- und Abfahrten, um hinein zu gelangen, doch erst zum späten Mittag hin mache ich davon Gebrauch, als ich auf der Suche nach einem Supermarkt bin. Ein Salat, ein Brötchen sowie etwas fruchtiges, das wäre das, was ich mir so vorstelle, doch statt dessen mache ich die Erfahrung, dass zwischen 13:00 Uhr und 16:00 Uhr Mittagspause herrscht. Entsprechend lege auch ich eine Rast ein, ein halbes Stündchen Dösen im Schatten, dann geht es weiter. Nach einem erfolgreichen Verpflegungsstopp dann die nächsten Zusatzkilometer. Eine Baustelle leitet mich um auf eine Landstraße. Erkundigte ich mich kurz zuvor noch nach den Preisen für ein Zimmer auf einem Bauernhof, mit 35 Euro wollte man mehr, als ich auszugeben bereit war, so profitiere ich von dem neuerlichen Schlenker in der Weise, dass mich der Weg an einem Brunnen vorbei führt. Prima Einrichtung, so etwas. Auf Knopfdruck gibt es hier so viel Wasser wie ich mag, und das ist einiges. Die beiden Trinkflaschen werden gefüllt, eine leere anderthalb Liter Flasche, die zuvor Eistee enthielt, sowie der im Gepäck befindliche Wassersack, so dass einer Dusche, Wäsche und dem Abwasch nichts mehr im Wege stehen sollte. Auf einem am Fluss gelegenen Rastplatz lasse ich mich dann nieder, warte erneut den Sonnenuntergang ab, und fühle mich mehr oder minder wie neu geboren, nachdem Schweiß, Sonnencreme und Staub gewichen sind, dann werden im Schein der Taschenlampe das Abendessen zubereitet und sowie das Tagesgeschehen festgehalten.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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