Reisetagebuch

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Bilder

2015-09-03

25. Tag: 70 Kilometer (Gesamt: 2450); 1521 Höhenmeter; 1822 Meter max. Höhe
Strecke: Nähe Saluzzo (08:45 Uhr) - Colle-di-Tenda (16:30 Uhr)
Wetter: bewölkt, meist sonnig, 27°

Zwar raschelte es am Vorabend hinter dem Zelt einmal gewaltig im Gebüsch, doch letztendlich verbringe ich die Nacht störungsfrei und erhalte weder ungebetenen Besuch noch geladene Gäste. Bevor es los geht erhält die Kette noch eine Ölung, schließlich rechne ich mit ausreichend Belastung. Und schon nach der ersten Ortschaft geht es los. Doch es bleibt bei einem kurzen aber heftigen Anstieg, der sich für das Rad noch schonend gestaltet – es wird geschoben. Ärgerlich, dass es ein paar Meter später wieder abwärts geht, aber dafür bleiben mir stärker befahrenen Straßen erspart.
Gut 30 Kilometer bis Cueno bleibt es weitestgehend eben und ich sorge mich bereits, wie ich denn auf die knapp 2000 Meter Höhe gelangen soll, doch mit der Ausfahrt aus der Stadt beantwortet sich die Frage. Lagen stadteinwärts „Sehenswürdigkeiten“ wie ein Gefängnis auf dem Wege, das weder fotografiert noch gefilmt werden durfte, so verlasse ich Cueno aufwärts entlang eines Flusses durch ein Tal. Alle paar hundert Meter stehen Hinweisschilder, was man hier geschaffen hat, es wird gejoggt, der Hund ausgeführt, und den Spuren nach auch geritten. Das mein Weg dennoch fast im Gestrüpp endet dürfte darauf zurückzuführen sein, dass dieser für Mountainbiker angelegt wurde, mit dem Liegedreirad hätte ich zumindest kehrt machen müssen.
Bei nächster Gelegenheit ist es eine Baustelle, die mich auch einspurig fahrend auf ungeplante Pisten führt, doch der Umweg hält sich in Grenzen. Eine Landstraße führt mich langsam aber stetig höher, anfangs noch auf einer eigenen Spur, später dann wieder ohne , und nach Tagen fallen mir erstmals wieder deutsche Autokennzeichen auf - zwar wenige, aber immerhin. Es wird wieder touristischer. Mit Limone-Piemonte durchquere ich schließlich einen Ort, der zu Zeiten des Wintersports überlaufen sein dürfte. Es gibt zahlreiche Hotels, Sportgeschäfte, Restaurants und Bars, doch im ausklingenden Sommer ist der Trubel überschaubar.
Was für mich von dort aus folgt, ist Pedalieren in kleinsten Gängen. Die ersten Kurven decken sich noch mit denen für den normalen Verkehr, danach darf ich abbiegen. Der weitere Straßenverlauf führt durch Tunnels, die für Radfahrer gesperrt sind. Für mich folgen weitere 400 Höhenmeter Serpentinen, die ihre Zeit brauchen. Nahezu auf dem Gipfel angekommen mache ich Halt an einer Bar, oder Hütte, zu Skibetriebszeiten. Die Küche ist bereits geschlossen, aber zwei Radler sind schnell geleert, und da ich mir ohnehin noch keinen Platz für die Nacht ausgesucht hatte, frage ich nach, wie es damit aussähe. Kleines Zelt, eine Nacht, irgendwo auf der Wiese. Kein Problem, nur den Wind könne man mir nicht abstellen. Bei 11° kommt er in der Tat recht eisig über den Bergrücken, aber ich bin nicht unzufrieden. An der Außenwand des Gebäudes war mir bereits ein Brunnen aufgefallen, so dass ich auf Dusche und Wäsche nicht verzichten muss, und das Zelt wird so weit wie möglich abgespannt, so dass es nicht über Gebühr flattern oder weg fliegen sollte. Was folgt sind schaurige Momente bei der Körperhygiene, eindrucksvolle Bilder, wenn der Wind die Wolken über den Kamm bläst, eine Schüssel Dosenfutter zum Abendessen und die Befürchtung, im Zelt von einer Kuh erschlagen zu werden, die sich in den Leinen des Zeltes verheddert und aufgeschreckt das Weite sucht - um mich herum läuten nämlich die Glocken von den Tieren, die hier, oberhalb der Baumgrenze, umher laufen, und nirgends scheint das Grün saftiger zu sein als vor meiner „Haustür“.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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