Reisetagebuch

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Bilder

2015-09-06

28. Tag: 94 Kilometer (Gesamt: 2719); 1563 Höhenmeter; 385 Meter max. Höhe
Strecke: Nähe Cannes (09:15 Uhr) - Nähe Salernes (18:15 Uhr)
Wetter: sonnig, 24°

In Anbetracht einer unsicheren Versorgungslage, schließlich ist Sonntag, frühstücke ich zur Abwechselung mal wieder vor dem Aufbruch - dass heißt es gibt Müsli und eine Tasse Pulverkaffee. Die Angst, dass es dauern kann, bis ich auf geöffnete Geschäfte treffe, ist jedoch unbegründet. Noch in Pégomas verkauft ein Bäcker seine Waren, und später entdecke ich einen Lidl, aus dem die Leute rein und raus rennen; beim Carrefour nebenan sind die Pforten ebenfalls nicht verschlossen.
Bevor ich in den Supermarkt gelange, steht aber erst einmal wieder Schwerstarbeit auf dem Programm. Eine Frau am Wegesrand warnt mich noch, dass ich den Weg, den ich da einschlage, besser nicht nehmen sollte, doch ich verstehe sie nur bruchstückhaft und habe keine Lust, mir eine alternative Route zu überlegen. Also erst einmal weiterfahren und schauen, was da so schlimm sein soll. Die beiden jungen Männer aus Osnabrück, die mit ihrem Wohnmobil ein paar Meter weiter stehen, können mir diesbezüglich auch nicht weiter helfen, bieten mir aber an, dass ich meine Klamotten bei ihnen aufladen kann, doch ich lehne dankend ab. Statt dessen empfehle ich ihnen, sich zum Col-de-Tende zu begeben, aber als nächstes steht bei den beiden Monaco auf dem Programm. Nachdem wir uns ausgetauscht haben dann die Erfahrung, worum ich einen Bogen machen sollte. Ich erinnere mich noch genau an die Planung, als ich an dieser Stelle in der Karte etwas von MTB (Mountainbike) tauglichen Pfaden gelesen hatte, doch da war ich gerade mit entsprechend ausgestatteten Radlern rund um Lindlar gefahren und sah mich nicht mit meinem Drahtesel beeinträchtigt. Hier sieht das ganze jedoch anders aus. Loser Untergrund, teils steile Anstiege, da dauert es nicht lange, und das Hinterrad dreht durch. Also absteigen und schieben. Für die Bewältigung der gut zwei Kilometer langen Geröllstrecke benötige ich eine Dreiviertelstunde, in der ich fast 250 Meter an Höhe gewinne. In Spanien habe ich ähnlich deklarierte Wege dabei, ich hoffe, sie sind dort fahrbarer.
In stetiger Berg- und Talfahrt geht es weiter; das Streckenprofil variiert zwischen 50 und knapp 400 Meter Metern, wobei mir die Anstiege immer länger vorkommen, doch ich werde einmal mehr mit beeindruckenden Landschaften belohnt. Was die Straßen anbelangt, so ist ebenfalls wieder alles dabei: glatter, stark befahrener Asphalt sowie raue, unebene Schotterpisten. Die kleineren, geteerten Landstraßen überwiegen jedoch, auf ihnen ist nicht viel Verkehr, und bis auf die erwähnte MTB Strecke kann ich die Tagesetappe nur weiterempfehlen.
Laut Karte war ich im Vorfeld davon ausgegangen, die Rhône Alpen kennen zu lernen, am Straßenrand nun lese ich, dass ich mich in der Provence befinde, alles in allem jedoch kein Widerspruch. Die Landschaft ist, neben den Hügeln, geprägt von Wäldern, mancherorten liegt ein intensiver Pinienduft in der Luft, Weinfeldern sowie Olivenhainen. Die Orte sind überschaubar, wobei ich aber darauf verzichte, von der Route abzuweichen und kreuz und quer durch die Straßen zu irren.
Glück mit dem am Vortag geschafften Lenkergriff habe ich, als vor mir ein Rennradler an einem Radgeschäft hält und die Tür öffnet. Ich spreche ihn an, frage nach, ob er der Inhaber ist, und bitte ihn, mir weiter zu helfen. Zunächst kostet es ihn ein wenig Überwindung, doch Minuten später sind die Griffe gewechselt, die Kreditkarte über den Tresen geschoben, und ich kann wieder mit festen Halt die Reise fortsetzen.
Hatte ich zunächst vor, nach circa 100 Kilometern auf einem Campingplatz zu übernachten, so disponiere ich um, als ich in Salernes an einem Brunnen vorbei komme, aus dem das Wasser läuft. Ich fülle den Wassersack und halte nach einer versteckten Stelle am Wegesrand Ausschau, werde aber nicht so richtig zufrieden mit dem, was ich sehe. In Sillans-la-Cascade hingegen, vor dem rauschenden Bach, der sich dort über die Felsen ergießt, entdecke ich einen öffentlichen Caravan Stellplatz. Ich überlege kurz, dann fällt die Entscheidung: dazwischen stellen. So ganz anders ist das Übernachten in einem Zelt nicht. Etwas irritiert bin ich von dem französischen Wohnwagenfahrer, der nicht nur kritisch jeden meiner Handgriffe beäugt, sondern auch noch mit der Kamera dokumentiert. Ob der Aufbau des Zeltes, die Dusche hinter einem Gebüsch oder das Wäsche waschen, alles scheint furchtbar interessant. Ich ziehe es jedoch vor, nicht den direkten Kontakt zu suchen sondern warte mal ab ob ich mitbekomme, was er mit seinen Bildern anstellt. Stolz einem Gendarmen präsentieren? Man wird sehen …



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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