Reisetagebuch

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Bilder

2015-09-13

35. Tag: 84 Kilometer (Gesamt: 3402); 909 Höhenmeter; 358 Meter max. Höhe
Strecke: Le-Barcarès (09:45 Uhr) - Capmany (Spanien; 17:45 Uhr)
Wetter: bewölkt, 25°

Trotz vorabendlichen Blitzen am Himmel bleibt es die Nacht über trocken. Nur die normale Luftfeuchtigkeit sorgt dafür, dass das Zelt sowie die Klamotten auf der Leine klamm sind. Entsprechend habe ich es nicht so eilig loszukommen, der Moment, das leicht feuchte T-Shirt über den Kopf zu ziehen, ist immer ein ganz besonderer, den ich aufschiebe, solange es geht - diesmal, bis eine Portion Müsli zum Frühstück verdrückt ist. Stolz bin ich auf meine Entdeckung, statt eines Liters Sojamilch zu dem Dreierpack mit Strohhalmen in Viertelliter Abfüllung mit Schokoladengeschmack gegriffen zu haben. Die Halbliter Kartons, die es in italienischen Supermärkten gab, sind in den französischen leider unbekannt.
Beim Aufbruch stelle ich fest, dass Ute und ich auf unserer ersten Tour mit dem Rad nach Formentera genau einen Campingplatz weiter unser Zelt aufgeschlagen hatten. Auch wenn der jetzige nicht gerade umsonst war, so hatte er auf jeden Fall den Vorteil, dass es kein nervendes Animationsprogramm gab oder ich ein Bändchen am Handgelenk tragen musste.
Der weitere Weg entlang der Küste dürfte mehr oder weniger identisch sein mit dem vor vier Jahren eingeschlagenen, nur dass mir diesmal die Eurovelo 8 Beschilderung auffällt, die mir fast den ganzen Tag über den Weg weist und sich mit meiner Route auf dem Navi deckt. Lediglich an den Stellen, wo der Radweg noch nicht existiert, wird der Reisende im unklaren darüber gelassen, wo er bei nächster Gelegenheit seine Fortsetzung findet. Diesbezüglich besteht meines Erachtens Verbesserungspotential, das auch für die bisherige Streckenabschnitte zutrifft.
Entspannt, der Gegenwind ist wieder abgestellt, gelange ich größtenteils abseits des Autoverkehrs über Canet-En-Roussillon nach Saint-Cyprien, meine letzte Station in Frankreich am Meer. Die 20 Kilometer sind einigermaßen zügig zurück gelegt, so dass ich mir gegen 11:00 Uhr ein Zweitfrühstück genehmige, bevor ich landeinwärts meinen Weg entlang des Fußes der Pyrenäen fortsetze. Auf den 30 Kilometern gewinne ich langsam die ersten 100 Meter Höhe, dann folgen ab Le-Boulou 15 weitere Kilometer, auf denen ich den Bergen in direkter Linie näher rücke und auf 180 Meter Höhe gelange. In Maureillas-Las-Illas dann ein letztes Panaché, ein Radler, in Frankreich, bevor auf dreieinhalb Kilometern die restlichen knapp 200 Meter Höhe überwunden werden. Im Vergleich zur Küstenstraße ist dies die weniger Höhenmeter reiche Strecke. Auch verkehrstechnisch ist sie deutlich ruhiger, auf den letzten sieben Kilometern in Frankreich zähle ich noch vier Autos, mit denen ich mir die Straße teilen muss. Um exakt 15:15 Uhr ist dann mit dem Col-de-Panissars, dem Pass, der höchste Punkt auf dieser Route über die Pyrenäen und damit die grüne Grenze erreicht.
Gehe ich davon aus, den anstrengendsten Teil hinter mir zu haben, so irre ich mich gewaltig. Auf spanischer Seite ist der Weg zunächst unbefestigt, steil und rutschig. Auf der französischen Betonpiste brauchte ich nicht ein Mal abzusteigen, auf den ersten fünf Kilometern auf iberischem Boden schiebe ich sogar Passagen abwärts, von den Abschnitten aufwärts, auf denen ich mehrfach selbst auf den Sohlen der Sportschuhe zurück rutsche ganz zu schweigen. Auch mein Vorhaben, hier oben irgendwo das Zelt aufzuschlagen, gebe ich rasch auf. Die Bäche beziehungsweise Flüsse in der Karte existieren wohl nur zu Regen reicheren Zeiten, und außerdem ist es mir vor 16:00 Uhr noch etwas zu früh, den Radeltag bereits enden zu lassen. Eine gute Stunde später hingegen bin ich mit meiner Kraft am Ende. Immer wieder gibt es kurze aber steile Anstiege auf lockerem Boden. Das Naturschutzgebiet, das ich vor Capmany durchfahre, ist zwar sehenswert mit seinen Felsbrocken und den Bäumen, die aussehen, als haben sie schon einmal gebrannt, aber der Hinweis in der Karte auf eine schlechte Wegbeschaffenheit ist mehr als gerechtfertigt.
Nachdem ich mich zum nächsten Campingplatz durchgefragt habe, muss ich noch eine Viertelstunde auf den Rezeptionisten warten, dann fließt das erste Shandy - die spanische Variante des Panachés.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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