Reisetagebuch

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2015-09-15

37. Tag: 104 Kilometer (Gesamt: 3597); 925 Höhenmeter; 356 Meter max. Höhe
Strecke: Palamós (09:00 Uhr) - Mataró (18:30 Uhr)
Wetter: unterschiedlich bewölkt, 25°

Leicht verkatert werde ich an diesem Morgen wach. Nicht, dass es ein Radler zu viel war, das ich am Vorabend genossen hatte, nein, mir ist einfach nur bewusst geworden, dass in vier Wochen das Lotterleben, die Zeit des selbst bestimmten Daseins einstweilen ein Ende hat und ich mir wieder sagen lassen darf, was zu tun ist, bis wann fertig sein sollte und ich den Tag vor dem Rechner in meinem stillen Kämmerlein verbringe. Aber was soll's, immerhin sind es noch fast vier Wochen, bis es so weit ist, so viel Zeit haben andere nicht einmal am Stück Urlaub.
Wenn meine überschlägigen Berechnungen hinkommen, könnte ich bis zum nächsten Montag Dénia erreichen und Tags drauf auf Formentera eintrudeln. Doch ich will nicht zu weit in die Zukunft blicken. Es gibt zu viele Dinge, die alles über den Haufen werfen können; immer eins nach dem anderen, und das beginnt nach dem Aufbruch damit, zunächst einmal bis Platja-D'Aro zu gelangen, von wo aus es bis Barcelona landeinwärts weiter gehen sollte. Nach einem ersten Hügel hinter Palamós beziehungsweise Sant-Antoni-de-Calogne noch ein Frühstück auf der Strandpromenade, dann kehre ich dem Meer den Rücken. Kurze Zeit später finde ich mich auf einer ehemaligen Bahntrasse wieder. Die Piste ist ein mal mehr staubig, aber einigermaßen befestigt. Führe ich die Strecke ganz durch, würde ich nach 36 Kilometern Girona erreichen. Tue ich aber nicht. Nach gut 20 Kilometern beginnt eine selbst konstruierte Route, die ich basierend auf einer spanischen topographischen Karte wählte und ebenso schnell wieder verlasse, wie ich sie einschlage. Nach der dritten Kurve stehe ich vor grobem Geröll, soweit ich den Weg überblicke. Schieben oder zurück und auf der Straße weiter? Ein Blick auf die Karte bewegt mich zur zweiten Alternative. Nach gut sechs Kilometern sollten sich die Wege in der nächsten Ortschaft kreuzen. Mal hoffen, dass es nicht so weiter geht. Hatte ich vor einigen Tagen mit dem Abstecher nach Beauduc noch die Freiheit genossen, so werde ich hier mit der Abenteuer Komponente der Tour konfrontiert. Enden wirklich alle Wege dort, wo sie sollen?
Ich habe Glück. Die Ausweichstrecke über die Landstraße ist nur mäßig befahren, und ab Caldes-de-Malavella deckt sich der befahrene Weg wieder mit dem, der im Navi geladen ist. Dass der Untergrund nicht asphaltiert ist, stört mich wenig, dafür habe ich ihn so gut wie für mich allein. Einige Abschnitte kann ich den Eurovelo Planern durchaus empfehlen, doch es gibt auch andere. Zum einen sind es die, die über die GI-555 führen, einer stärker befahrenen Landstraße, noch mehr aber die, die holperig neben der AP-7/E-15, einer mautpflichtigen Autobahn verlaufen. Der unebene Boden, der Krach, nichts, was man länger ertragen mag, es zieht sich für mich allerdings, auch, weil der Wind mir entgegen bläst. Für die 13 Kilometer benötige ich eine gute Stunde. An sich sollte es noch so weiter gehen, doch eine durchgezogene Leitplanke, hinter der ich mich befinde, steht mir an einer Autobahnausfahrt im Wege. Keine Unterbrechung, an der ich ungehindert auf die andere Seite käme und die Fahrt fortsetzen könnte. Ich überlege bereits, das Gepäck abzunehmen und alles einzeln über die Barriere zu heben, da naht Hilfe. Zwei Radler, die ich anhalte und die mit anpacken, das Rad bepackt auf die andere Seite der Leitplanke zu hieven. Und wo sie gerade dabei sind, die üblichen Fragen. Woher, wohin, was ist das nächste Ziel. Letzteres beantworte ich mit Barcelona. Dann sollte ich doch besser nicht weiter der Autobahn folgen, sondern lieber an Ort und Stelle umdisponieren und den Weg über Vallgorguina nehmen. Nach dem Erklimmen eines kleinen Hügels könnte ich schon das Meer sehen, an das ich bei Arenys gelänge.
Ich folge dem Rat der Einheimischen. Der kleine Hügel bringt mich zwar 250 Meter höher, die kleinen Gänge kommen einmal mehr zum Einsatz, doch dafür folgen auf der anderen Seite 350 Meter Abfahrt sowie die Erkenntnis, dass ich meine Planung hinsichtlich des Weges nach Barcelona über den Haufen schmeißen kann. Gut, dass ich nicht all zu viele Gedanken bezüglich einer Übernachtungsmöglichkeit investierte. Die mache ich mir erst, als ich auf der Küstenstraße in Arenys stehe. Ich spreche eine Frau an, lasse mir von ihr erklären, was für mich die interessanteste Alternative ist, noch acht Kilometer, dann gibt es vor Mataró einen Campingplatz, da werde ich plötzlich von hinten gegrüßt. Das Duo aus Hamburg, dem ich nun zum dritten Male begegne - Sachen gibt’s.
Die Freude über das Wiedersehen ist so groß, dass wir beschließen, den Abend gemeinsam zu verbringen. Da die beiden ohne Zelt unterwegs sind, hat dies eine Übernachtung in einem Hotel zur Folge. Nach einiger Suche in Mataró werden wir fündig, verbringen einen gesprächsreichen wie geselligen Abend bei Erfrischendem aus dem Zapfhahn und drei Paellas, verabreden uns zum Frühstück für den nächsten Morgen und kopieren noch eine vier Jahre alte Stadtrundfahrt durch Barcelona vom Rechner auf das Navi der Reisenden nach Marrakesch.
So viel zum Thema Planung …



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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