Reisetagebuch

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2015-09-20

42. Tag: 86 Kilometer (Gesamt: 4025); 360 Höhenmeter; 20 Meter max. Höhe
Strecke: Nules (09:45 Uhr) - El Mareny de Barraquetes (16:45 Uhr)
Wetter: sonnig, 26°

Obwohl mein Wecker bereits seit einiger Zeit um 07:00 Uhr ertönt, statt, wie zuvor um 06:30 Uhr, ist es beim ersten Blick aus dem Zelt noch recht dunkel, was wiederum zur Folge hat, dass ich den Sonnenaufgang miterlebe. Wenn dann noch, wie an diesem Sonntag, ich am Meer aufwache, ist es mir sogar einen Blick über das Wasser wert, sofern ich nicht gerade mit der Zahnbürste in der Hand vor einem Waschbecken stehe. Doch diesen Morgen bin ich mit dem Gang ins Bad rechtzeitig fertig, und entsprechend nehme ich mir die Zeit, das Naturschauspiel einen Moment lang zu verfolgen. Kommt schließlich für mich nicht all zu häufig vor.
Als weiterer Zeitfresser entpuppt sich die Nachbarschaft mit dem französischen Liegeradfahrer, doch es sind angenehme Minuten, sich mit ihm zu unterhalten. Zum einen fachsimpeln wir über unsere Wege sowie die Ausrüstung, er ist ganz angetan von meinem Faltstuhl, zum anderen komme ich dazu, mehr als nur die üblichen drei Worte spanisch zu plaudern, was er besser beherrscht als ich. Als wir darauf zu sprechen kommen, dass ich in drei Wochen wieder arbeiten darf, stutzt er. Schmunzelnd bekomme ich zu hören, dass der Mann mich, ebenso wie er es ist, für einen Pensionär hielt, doch ich mache mir nichts draus. Höre ich schließlich nicht zum ersten Mal, und vielleicht sollte ich wirklich den Pass wegschmeißen, mich schätzen lassen, den Antrag auf Rente einreichen und diese Form der Tagesgestaltung zum Alltag machen.
Zunächst einmal aber geht es wie geplant weiter, wobei ich feststelle, dass der Tag streckentechnisch das gleiche Spektrum wie die voran gegangenen bietet: von der Schotterpiste über Landstraßen bis hin zur einstigen Bahntrasse ist alles dabei, wobei der Anteil reiner Radwege erfreulich hoch ist. Etliche Kilometer nach Valencia hinein sowie wieder heraus sind vorbildlich für den beziehungsweise die Pedalisten ausgebaut, die sich auch reichlich auf der Strecke tummeln. Lediglich die zu überquerenden Mündungen an den Kreisverkehren sind nervig - ist aber eine Klage auf hohem Niveau. Zwingt mich die Fahrt durch ein Naturschutzgebiet vor der Stadt, der Weg ist in der Karte als Piste klassifiziert, aus dem Sattel, der lose Schotter und der Handtuch breite Damm, auf dem sich dieser befindet, sind mir zum Fahren zu unsicher, so entschädigt die Strecke durch ein weiteres Reservat hinter der Stadt; dort gleite ich über glatten Asphalt, so breit wie manch eine Straße. Im Schatten der Bäume wird in großen Gruppen gepicknickt, gefeiert oder die Siesta abgehalten. In Valencia selbst sind tausende Menschen auf den Beinen beziehungsweise bevölkern die Bars, Restaurants, Cafés oder was auch immer in den Fußgängerzonen oder am Straßenrand. In einem Park gibt es ein Fest für Familien mit kleinen Kindern, von Geschicklichkeitsspielen bis hin zum Geschichtenerzähler wird dem Nachwuchs kurzweiliges geboten, während die Sehenswürdigkeiten der Stadt eher die älteren Semester ansprechen. Es wird geknipst, flaniert, bewundert, oder halt genossen, was die Lokalitäten zu bieten haben, wobei ich mich da nicht außen vor lassen will. Wie bereits in Sagunt pflastern zwar auch Fabriken den Weg, anstelle der Vororte mit ihren Wohnblöcken und Gewerbegebieten gibt es auch attraktiveres, doch die Radwege entschädigen für einiges, und der Verkehr auf den Straßen hält sich in Grenzen.
Dass ich beim Verlassen Valencias die 4000 Kilometer Grenze der Tour überschreite stört mich wenig. Auch wenn manche Abschnitte der Reise reichlich Schweiß gekostet haben, der an der Küste schon mal kräftige Südwind in keinem Streckenprofil zu finden ist, es macht einfach Spaß, so unbekümmert das Leben genießen zu dürfen. Ebenso, dass meine Futtersuche am Abend mir weitere Kilometer beschert, da Sonntag ist und in der weniger vom Tourismus geprägten Region die Küchen geschlossen sind - es sind Probleme, mit denen man gut leben beziehungsweise schlafen kann, findet sich immerhin eine Bar, die mir mit einem Käsebrötchen weiterhilft sowie den obligatorischen Getränkewunsch erfüllt.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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