Reisetagebuch

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Bilder

2016-06-27

58. Tag: 63 Kilometer (Gesamt: 3755); 427 Höhenmeter; 133 Meter max. Höhe
Strecke: Ólafsfjörður (09:45) – Akureyri (15:15)
Wetter: unterschiedlich bewölkt, in Akureyri starker Regen, 14°, 2 Bft. W

Akureyri – die Hauptstadt des Nordens. Als ich morgens in Ólafsfjörður starte, liegt die Stadt mit den laut Reiseführer knapp 20.000 Einwohnern noch 60 Kilometer entfernt. Am Ende des Eyjarfjörðir, Islands längstem Fjord. Als ich starte, regnet es zwar nicht mehr, die Wolken hängen aber weiterhin tief. Zehn Kilometer vor Akureyri sieht es nicht viel anders aus, dazwischen ist der Himmel blau, nur leicht bewölkt, ich radle einmal mehr im Schein der Sonne. Zumindest ab dem Zeitpunkt, ab dem ich aus einem weiteren, knapp vier Kilometer langen Tunnel rolle. Einspurig ist er, stärker befahren als die drei am Vortag, von überholenden oder entgegen kommenden Lastwagen bleibe ich in der Röhre aber verschont. Während ich überwiegend am Fuße der Berge beziehungsweise entlang des Fjords die Landschaft genieße, fällt mir der Titel eines möglichen Buchs oder Vortrags über die Reise ein: Island – 10 km/h. Mit einem Untertitel tue ich mich schwerer. Wie ich darauf komme? Dürfte nur unschwer zu erraten sein.
Eine kurze Pause lege ich in Dalvík ein. Eine Bäckerei liegt am Straßenrand, ein kleines Baguette sowie ein kleines Stück Pizza wechseln gegen Entgelt den Besitzer, das Brot wird eingepackt, dann geht es weiter. Ich will keine Zeit verlieren, möglichst früh in Akureyri eintreffen, denn ich habe etwas vor.
Zehn Kilometer vor der Stadt wechselt nicht nur das Wetter, auch die Straße. Ich gelange wieder auf die 1, die Ringstraße, die an diesem Montag Mittag aber nicht übermäßig stark frequentiert ist. Was sich hingegen schon von weitem abzeichnet, bricht kurz nach Passieren des Ortseingangsschildes über mich her. Der erste Starkregenschauer der Tour. Im Nu sind sämtliche Schichten meiner Bekleidung durchnässt, pitschnass suche ich im nächsten Supermarkt Unterschlupf. Ich bin jedoch nicht der einzige Kunde, der im Laden seine Spuren hinterlässt. Auch die Leute, die aus den Wagen steigen, sind auf den paar Metern vom Parkplatz bis zum Erreichen der Eingangstür geflutet. Einpacken kann ich meine Errungenschaften zwar trocken, doch bis ich den Campingplatz erreiche, legt der nächste Schauer los und so geht es weiter. Die Prognose für die nächsten Tage: Fortsetzung folgt.
Entsprechend bin ich froh, in der nur auf der anderen Straßenseite gelegenen Badeanstalt warmes Wasser zu spüren zu bekommen. Zunächst unter der Dusche, dann im Hot-Pot und schließlich auch noch in gasförmiger Form. Das Schwimmbad verfügt über eine Dampfsauna.
Da auf natürlichem Wege nicht mit einem Trocknen der Kleidung zu rechnen ist, investiere ich zumindest für die frisch gewaschene Wäsche in einen Trockner. Der Erfolg ist zwar nicht vollständig überzeugend, birgt aber noch einen weiteren Haken. Mein Zeitplan kommt mit der Laufzeit durcheinander. Nun denn, nichts zu machen – kommt halt während der Dreiviertelstunde schon einmal das Abendessen dran. Zur Abwechselung ein Reis- statt Nudelgericht, wobei auch die Verpflegungsvariante zweifelhaft ist. Die Teigwaren Fertiggerichte empfinde ich schmackhafter.
Mit einiger Verspätung dann der Gang in die Altstadt. Der Besuch einer Bar des Landes steht an. Damit nicht genug – es ist Europameisterschaftsspieltag. England gegen Island. Wie in anderen Ländern auch: ein Straßenfeger. Zwar wird ein paar Meter weiter die Partie auch auf einer Großleinwand übertragen, doch bei dem immer wieder einsetzenden Regen ziehe ich die Alternative in geschlossenen Räumlichkeiten vor, bringt sie mich außerdem in einen weiteren Genuss: den eines Radlers.
Der Laden, den ich aufsuche, platzt zwar aus allen Nähten, aber nach ein wenig Herumstehen habe ich Glück. Neben mir wird ein Sitzplatz frei. Ob in dem Restaurant oder Schankraum des Backpacker Hostels auch Einheimische zugegen sind, wage ich zu bezweifeln, aber alles fiebert mit der Mannschaft des Landes. Die erste Halbzeit wird gerade abgepfiffen, es steht 2 zu 1 für Island und die Stimmung ist ausgelassen. Was jedoch auffällt: fast jeder spielt mit seinem Smartphone herum, auch als der Ball wieder rollt. Trotzdem – Befreiungsschläge, Konter, gehaltene Bälle, jede Aktion wird bejubelt, auch wenn ich den Eindruck habe, Zeuge eines ziemlichen Gebolzes zu sein. Am Ende bleibt die zweite Halbzeit torlos, England ist raus – nicht nur aus der EU, nun auch aus dem Turnier. Die Isländer hingegen feiern. Gehupe auf der Straße, Fan Gesänge in der Fußgängerzone. Sonntag tritt man gegen den Gastgeber an. Frankreich. Ob man sich mit gleicher Spielweise ebenso durchsetzen kann? Bleibt abzuwarten. Erst einmal ist Party angesagt, während ich mich anscheinend mit der Vorstellung anfreunden muss, mich bis dahin mit klammen Sachen auf dem Leib sowie im Zelt abzufinden.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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