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Reisetagebuch

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Bilder

2016-06-28

59. Tag: 53 Kilometer (Gesamt: 3808); 394 Höhenmeter; 326 Meter max. Höhe
Strecke: Akureyri (11:45) – Goðafoss (19:15)
Wetter: stark bewölkt, leichter Regen, 12°, 2 Bft. N/W

Die Nachwehen des Sieges Islands gegen England im EM Achtelfinale am Vorabend zogen sich doch noch länger hin, als es zunächst den Anschein hatte. Der Ball wurde ausgepackt, zwischen den Zelten gekickt, mehr als einmal fiel ein Treffer – ich in meiner Behausung blieb bis auf einmal verschont. Später dann Schlachtrufe. Irgendjemand fing an, aus der Nachbarschaft erschallte das Echo. Eine ganze Weile ging es so hin und her, bis ein Heimatlied das Gegröhle ablöste. Der halbe Campingplatz stimmte ein, anschließend war Ruhe. Und Mitternacht.
Der Grund, weshalb ich an diesem Morgen aber nicht so richtig in die Puschen komme, ist ein anderer. Es regnet. Und vor mir liegt eine kurze Etappe. 50 Kilometer. Was ich im Zelt packen kann, ist schnell verstaut, dann geht es ins Bad, bevor im Zelt das Frühstück wartet. Der Regen macht weiterhin keine Pause, und so nehme ich mir das Taschentelefon vor. Es gilt, einen Geburtstagsgruß los zu werden. Mein Vater ist an der Reihe. Als es auch anschließend noch auf das Zelttuch tropft, hat die Aufschieberei ein Ende. Unterbrochen werde ich jedoch von einem Nachbarn, der ebenfalls mit dem Rad unterwegs ist. Dem üblichen Woher und Wohin folgt der eigentliche Grund der Kontaktaufnahme – wie zufrieden ich denn mit meinem Zelt sei. Seines hat die Nacht nicht unbeschadet überstanden. Während einer Windböe ist eine Naht aufgerissen – komplett, der Länge nach. Was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht weiß: auch für mich soll der Tag nicht ganz frei von unangenehmen Überraschungen bleiben.
Zunächst aber geht es mit dem Rad noch einmal in die Altstadt Akureyris. Fotografieren fällt mehr oder minder aus, am Wetter ändert sich nichts, statt dessen erkundige ich mich in der Touristeninformation nach Busverbindungen. Für den Rückweg. Nach meiner Runde durch den Norden, die mich über Goðafoss, Myvatn, Dettifoss und Húsavík zurück zum Goðafoss führen soll. Mit entsprechenden Hinweisen lasse ich die Hauptstadt des Nordens hinter mir. Es geht weiter über die 1. Per Brücke gelange ich auf das andere Ufer des Fjordes.
Während einer kurzen Unterbrechung der Dauerberieselung und Wasserfall am Wegesrand die Erkenntnis – die Kamera hat den Regen am Vortag nicht ohne Beeinträchtigung überstanden. Ohne weiteres Einwirken fährt der entsprechende Motor das Zoom Objektiv zwischen Tele und Weitwinkel hin und her. Nur mit Glück und einigen wirren Bedienungen lässt der Apparat sich davon abbringen.
Nach einer Baustelle, von der Straße geht es kurz auf Schotter, dann das nächste Versagen. Ein kurzes Zischen. Pfffft. Als ob ein Pneumatikkolben abfällt. Oder Luft durch ein Überdruckventil entweicht. Das Problem nur – beides habe ich weder am Rad noch in der näheren Umgebung. Dem erschrockenen Blick auf die Vorderräder, die jedoch in Ordnung sind, folgt die Erkenntnis, dass es das Hinterrad erwischt haben muss. Zum Glück passiere ich gerade eine kleine Abzweigung. Ich halte an und unschwer ist festzustellen, das Hinterrad ist platt. 0 Bar. Also alles Gepäck runter, Rad ausbauen und genauer unter die Lupe nehmen. Von außen ist nichts festzustellen. Der Mantel sitzt stramm, benötigt ein wenig mehr Zeit. Im Schlauch ist auf Anhieb auch nichts zu entdecken. Aufpumpen bringt ebenfalls nichts, die Luft entweicht sofort. Nach einer Weile habe ich die Stelle. Nicht auf der Lauffläche, sondern zur Felge hin. An der ist hingegen nichts festzustellen. Das Felgenband sitzt unversehrt und auch sonst sieht nichts verdächtig aus. Sehr seltsam. Den Versuch, den Reifen im Regen zu flicken, erspare ich mir. Hat schon auf der ersten Reise, nach Barcelona, nicht funktioniert. Es bleibt der Griff in die Tüte mit den Ersatzteilen. Ein neuer Schlauch. Beim Aufziehen des Mantels stelle ich dann fest, dass auch dieser schon schwer gelitten hat. Ein kleiner Riss zwischen Flanke und Stahlreifen, das Profil ist runter und an drei Stellen schimmert bereits der Pannenschutzstreifen durch. Wird der Mantel also gleich mit ausgetauscht, der alte kommt zu dem verbleibenden, für den Notfall.
Der Rest des Tages verläuft ohne weitere Beeinträchtigungen, vom wieder einsetzenden leichten Regen abgesehen. Hügel rauf, auf der anderen Seite wieder runter, zwischen weiteren Hängen bei tief hängenden Wolken durch ein Tal, bis der Goðafoss erreicht ist. Ein Wasserfall. Ein paar Aufnahmen gelingen, dann versagt die Technik wieder.
Unangenehm schließlich auch der Zeltaufbau. Nass zusammen gepackt, im Regen aufgebaut, da bleibt kein Quadratmillimeter trocken. Nicht anders sieht es mit den Klamotten aus, die ich trage. Mir schwanen fürchterliche Momente für den nächsten Tag. Was versöhnlicher stimmt, ist nach dem Feudeln und Einrichten der Behausung die warme Dusche.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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