Reisetagebuch

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Bilder

2016-07-01

62. Tag: 59 Kilometer (Gesamt: 3969); 196 Höhenmeter; 444 Meter max. Höhe
Strecke: Grímsstaðir (10:15) – Àsbyrgi (18:00)
Wetter: stark bewölkt, Regen/Nebel, 7°, 4/5 Bft. N

Drei solcher Tage zu Beginn und ich weiß nicht, wie mein Island Abenteuer ausgegangen wäre. So aber blicke ich auf fast neun Wochen Reise zurück, in denen nicht ein einziger Tag komplett verregnet war. An diesem Freitag und dem ersten Tag im Juli endet diese Periode. Es regnet von morgens bis abends, nahezu an einem Stück. Und wärmer war es auch schon. Dazu der schon mehrfach erwähnte Wind, der mir überwiegend ins Gesicht bläst, sowie die Holperpiste, die bei halbwegs Material schonender Fahrweise keine Geschwindigkeiten im zweistelligen Bereich vor dem Komma zulässt. Kann man eigentlich nur eines machen: treten. Und genau das tue ich. Zunächst ohne Unterbrechung. Vier Stunden lang. Würde die Piste mit ihren Schlaglöchern und Wellblechprofil nicht die volle Aufmerksamkeit erfordern, ich könnte den Gedanken herrlich ihren freien Lauf lassen. Nichts am Straßenrand, was ablenkt. Immer das gleiche. Dünen aus Lavasand. Karg von so etwas wie Strandhafer bewachsen. Dreißig Kilometer lang. Keine Pinkelpause, kein Fotostopp, kein Plausch am Wegesrand. Immer nur kurbeln und schauen, den größten Unebenheiten auszuweichen, während es ohne Unterlass von oben nass herabrieselt. Gibt es einige Autofahrer, die mich ungefragt duschen, mit dem matschigen Wasser, das sich in manch einer Senke in der Fahrbahn sammelt, so gibt es auch die Schweden, die ein paar Meter im Schritttempo neben mir her fahren und sich nach meinem Wohlergehen erkundigen. Ob ich eine Banane wolle? Oder einen Whiskey? Oder ob sie mir sonst wie weiter helfen könnten? Mehr als eine warme Dusche und ein Wäschetrockner in ein paar Stunden fällt mir nicht ein.
Etwa auf halbem Wege liegt Dettifoss, ein Wasserfall. Wie die Straße, so ist auch der Weg zur Aussichtsplattform nicht einfach. Er führt über einige Felsbrocken mit steilen Stiegen. Der Regen macht auch hier nicht halt, im Gegenteil – ab dort ist es nebelig. Die Sichtweite liegt bei hundert Metern, der Wind weht unvermindert, es ist eisig. Entsprechend verzichte ich auf die Wanderung zum anderthalb Kilometer entfernten Selfoss oder den Abstecher zum Hafragilsfoss, zwei weiteren Wasserfällen des Jökulsá Á Fjöllum.
Als ich vor dem Campingplatz an einer Tankstelle halte, um eine Limo zu erstehen, merke ich, wie durchgefroren ich bin. Die Hände zittern vor Kälte, ich bekomme kaum das Geld hervor, und auch sonst komme ich mir schon leicht unterkühlt vor. Und das, obwohl ich mit zusätzlichem Fleecepulli sowie längeren Handschuhen fahre. Um so erfreuter bin ich zu erfahren, dass der nächste Campingplatz nur wenige hundert Meter entfernt liegt. Der Obolus für eine Übernachtung deckt sich mit sonst üblichen Preisen, nur dass die Dusche zusätzlich berechnet wird. Vorsichtshalber decke ich mich mit Münzen für eine zweite ein, erspare mir aber im entsprechenden Moment den Luxus. Fünf Minuten heiße Wasserstrahlen zum Auftauen müssen reichen.
Bezüglich der nassen Klamotten bleibt abzuwarten, wie der Schrank mit dem Luftentfeuchter arbeitet. Er hängt bereits voller Kleidung, meine Jacke, Hose sowie der Pulli kommen hinzu, der Rest landet im Regen auf der Leine. Laut Wettervorhersage soll der Niederschlag irgendwann in der Nacht nachlassen. Man wird sehen, zunächst aber lockt der Schlafsack ...



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