Reisetagebuch

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2013-05-25

29. Tag: 73 Kilometer (Gesamt: 2004)

Der fünfte Samstag unserer Reise begrüßt uns Wolken verhangen. Das Zelt ist voller Tau und von wärmeren Wetter noch nicht viel zu spüren. Da der Kocher vom Vorabend ohnehin noch ausgepackt ist, kocht Ute uns einen Tee und wir frühstücken im TV-Raum des Campingplatzes.
Nach dem Aufbruch um 10:30 Uhr umfahren wir noch ein paar Meter den See, an dem wir die Nacht verbrachten, dann knickt der Weg ab durch waldiges Gebiet des Tiveden Nationalparks.
An verschiedenen Ecken entdecken wir kleine Trampelpfade, die Wanderer durch die Natur führen. Sofern nicht all die Insassen der verhältnismäßig vielen Autos, die wir sehen, nicht nur picknicken, scheinen die Pfade gut besucht zu sein. Für uns geht es weiter einen Hügel nach dem anderen hinauf und hinunter. Keine großen Höhenunterschiede, doch ausreichend Steigung, dass wir rasch auf Betriebstemperatur kommen und schon bald bei sich aufklarendem Himmel die zweite Lage Pullis ablegen.
Einige Kilometer vor Askersund hört der geschotterte Weg auf, wir verlassen den Wald und es wird ebener. Anstatt bergauf strampeln wird nun gegen den Wind, der uns entgegen weht. In dem Ort steuern wir um kurz vor 14:00 Uhr gegenüber dem Hafen ein Restaurant an. Wir teilen uns einen Sommersalat sowie ein Stück gegrillten Lachs mit Kartoffelpürree und ich überlege nach dem Essen, auf die Frage der Bedienung, ob es noch etwas sein dürfe, nach der Benutzung der Couch für ein Mittagsschläfchen zu fragen, doch wir entscheiden uns anders und Minuten später dampfen vor uns zwei Tassen Kaffee. Bei einem Blick in das Internet, wann das Championsleague Finale angepfiffen wird, stolpere ich über Nachrichten, das in Schweden seit einigen Tagen Krawalle herrschen, doch in den ländlichen Gegenden, in denen wir uns bewegen, ist davon nichts zu spüren.
Anderthalb Stunden später setzen wir unsere Fahrt fort. Der Wind bläst weiterhin und unvermindert von vorn, und als wir gegen 17:30 Uhr Fjugesta erreichen brauche ich Ute nicht lange zu überreden, nach einer Übernachtungsmöglichkeit Ausschau zu halten, die uns in den Genuss bringt, die abendliche Fußballpartie zu verfolgen. Zunächst sprechen wir auf der Straße eine Dame an, die mit ihrem Hund unterwegs ist, doch sie kann uns nicht weiterhelfen. An der nächsten Straßenecke winkt uns ein älterer Herr zu und ich kehre um und stelle ihm die gleiche Frage. Ob er wüsste, wo wir in der Nähe eine „Bed & Breakfast“ Unterkunft, ein Hotel oder einen Campingplatz finden können. Der Mann überlegt hin und her, greift schließlich zum Telefon und geleitet uns anschließend mit seinem Rad zu einem fast nebenan gelegenen Schwimmbad, in dem man uns unser Zelt aufschlagen lässt und die Benutzung von Toiletten und Duschen gestattet. Doch damit nicht genug. Während ihr Mann für uns telefonierte, widmet sich uns seine Frau. Ihre Hand ist bandagiert, was sie daran hindert, an sich geplante Renovierungsarbeiten anzugehen. Ansonsten hätten wir auch gerne im Haus übernachten oder notfalls mit dem Zelt im Garten bleiben können. Selbst Elvis, der etwas ungestüme verspielte Hund des Hauses, lässt irgendwann von uns ab und macht es sich wieder in der Sonne bequem. Auf jeden Fall aber sind wir herzlich zum Abendessen eingeladen. Mittlerweile bereits mit einem Glas Rotwein versorgt, können wir das Angebot nicht ausschlagen, und nachdem auf der Wiese des Freibades unser Zelt steht, wir uns unter der Dusche frisch gemacht haben sowie die Wäsche mit Seife konfrontiert ist, kehren wir zurück zu Benny und Ulla, dem Rentnerehepaar, mit dem wir den Abend verbringen. Wie sich Borussia Dortmund und der FC Bayern München auf dem Rasen des Wembley Stadions in London trennen erfahren wir zwar nicht, dafür bekommen wir einiges aus dem Leben unserer Gastgeber mit. Benny war Professor an einer Universität, Ulla an einem Gymnasium beschäftigt, und gemeinsam hat man einiges von der Welt gesehen. Die Zeit verfliegt wieder mal, bei Rotwein aus Südafrika sowie Gegrilltem, Pommes, Salat und vielem mehr lassen uns die beiden an ihrer Vergangenheit teilhaben, wir diskutieren über Gott und die Welt und erhalten zum Abschied eine CD, die Benny zusammen mit anderen Musikern aufgenommen hat und ihm zu Auftritten in Deutschland, Kanada und natürlich in Schweden verhalf. Doch so langsam sterben die Dixieland Jazz Anhänger aus, schildert uns Benny, der auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist, die Sache aber entspannt angeht.
Als wir in unser Zelt kriechen ist es 00:30 Uhr und uns fällt einmal mehr auf, dass wir gar keine Taschenlampe mehr brauchen, um uns zurecht zu finden. Am Horizont sorgt noch ein wenig Dämmerung dafür, dass es nicht stockfinster ist und gibt uns einen Vorgeschmack auf die noch knapp einen Monat entfernte Mittsommernacht.




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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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