Reisetagebuch

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Bilder

2013-07-05

70. Tag: 65 Kilometer (Gesamt: 4967)
Strecke: Norham (11:30 Uhr) - Seahouses (19:00 Uhr)
Wetter: leicht bewölkt, circa 22°, Wind aus SW

Als ich an diesem Freitag Morgen einen verschlafenen Blick auf Utes Armbanduhr werfe, die auf dem Nachttisch zwischen den Betten unseres B&B Quartiers liegt, stutze ich. Hatte sie nicht auf Ortszeit umgestellt? Der Griff zum Smartphone macht mich nicht viel schlauer – es zeigt nichts an, der Akku ist leer. Also wecke ich Ute und wir stellen fest, dass wir Dank der Stromlosigkeit des Weckers verschlafen haben. Es ist tatsächlich 09:00 Uhr. Seit einer halben Stunde wollten wir am Frühstückstisch sitzen. Der Wirt der Unterkunft nimmt es gelassen, als wir mit einer Stunde Verspätung erscheinen. Erst als wir um 11:00 Uhr noch immer das Zimmer nicht verlassen haben wird er ein wenig ungeduldig; die Putzfrau warte auf ihren Einsatz. Wir lassen die Dame nicht lange warten; um kurz nach 11:30 Uhr strampeln wir am Ortsausgang von Norham den ersten Hügel empor. Der Weg führt zurück über den Tweed, der hier die Grenze zwischen dem englischen Northumberland und Schottland bildet, und überqueren den Fluss in Berwick ein weiteres Mal. Auf einem Parkplatz dort treffen wir zwei junge Frauen, die es mit dem Rad in den Norden des Landes treibt. Wir tauschen uns über die jeweils vor uns liegende Strecke ein wenig aus, erzählen von unserer Reise und stoßen auf interessierte Zuhörerinnen, die sich mit ihrer Tour nur ein paar Tage gönnen, jedoch gerne mit uns tauschen würden.
Ein paar Minuten später machen wir uns auf den Weg, den die beiden mit zu 95 Prozent eben und überwiegend asphaltiert beschrieben haben. Auf den ersten Metern scheinen wir auf die 5 Prozent zu stoßen, die unbefestigt und weniger flach verlaufen, doch der Blick auf die Küste sorgt für Entschädigung: Buchten, Felder, Weidevieh. Bei nur leicht bewölktem Himmel und T-Shirt tauglichen Temperaturen folgen wir einigen Buchten, bevor der Weg abknickt und uns ein paar Meter den nächsten Hügel hinauf führt. Bei Beal überlegen wir, ob wir einen Abstecher auf eine kleine Insel machen sollen, auf der ein zerfallenes Kloster die Sehenswürdigkeit darstellt. Doch statt der sechs Kilometer hinüber zur „Holy Island“ ziehen wir ein Essen im nahe gelegenen Biergarten mit Blick auf das, was wir uns entgehen lassen, vor.
Nach anderthalb Stunden Pause folgt der nächste Aufbruch. Der Weg schlängelt sich weiter entlang der Küste, mal näher am Wasser, dann wieder ein Stück landeinwärts, und ab 18:00 Uhr halten wir die Augen offen nach einem Campingplatz. Der erste, den wir sehen, ist mir noch zu sehr abseits der Route gelegen, auf dem Schild in der Zufahrt des nächsten wird uns klar gemacht, dass wir uns den weiteren Weg sparen können – No Tents, kein Platz für Zelte. Ein vorbei kommenden Herr hilft uns weiter. Er faltet eine Karte auseinander, zeigt uns zwei nicht all zu entfernt gelegene Alternativen, und weiter geht’s. Auf dem näher gelegenen Platz erscheint mir die Anmeldung zu kompiliziert, es ist keine Rezeption vorhanden, nur eine Telefonnummer, auf dem nur etwas weiter entfernt liegenden Camping werden wir aufgenommen. Für 16 Pfund dürfen wir nicht nur Toiletten und Duschen benutzen, wir bekommen auch noch nette Nachbarn. Das Angebot der einen Seite auf ein Glas Bier oder Wein lehne ich dankend ab, mit dem Ehepaar zur anderen Seite unterhalten wir uns lange und ausführlich, erst recht, nachdem Gitarrenklänge aus dem Vorzelt klingen. Sie sind handgemacht und wir erfahren, dass der, der sie anstimmte, den Bass in der Bluegrass Band Union Central spielt und in zwei Wochen auf einem Festival seine Künste einem größeren Publikum zuteil werden lässt. Der Ort des Auftritts liegt leider nicht auf unserer Route, doch bis zum Sonnenuntergang quatschen wir über Gott und die Welt, dann findet auch die zehnte Reisewoche ihr Ende.




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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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Zurzeit ist eine Veranstaltung geplant, die Liste unter Vorträge, in der Sie Details zum Wann, Wo und Worüber finden, wird jedoch ständig aktualisiert.
Falls Sie selbst Interesse haben, mich einzuladen oder Sie einen Veranstalter kennen, treten Sie gerne mit mir in Kontakt. Es erwarten Sie unterhaltsame anderthalb bis zwei Stunden Fotoshow mit live vorgetragenen Erlebnissen und Anekdoten sowie Musik untermalten Passagen. Für Fragen oder einen kleinen Plausch stehe ich Ihnen während einer kurzen Pause oder im Anschluss gerne zur Verfügung.
Ich freue mich über Ihren Besuch und bin gespannt darauf, Sie kennen zu lernen!




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