Reisetagebuch

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2013-06-14

49. Tag: 85 Kilometer (Gesamt: 3520)

In der Nacht zum Freitag trifft ein, was die Meteorologen prophezeiten – Regen. Dank unserer Unterkunft bleiben wir bis zur Abreise davon verschont, dann kommen wir nicht darum herum. In Regenjacken verlassen wir den Campingplatz von Töre, und der Weg verläuft im dreidimesionalen Zick-Zack-Kurs mehr oder weniger entlang der Ostseeküste. Mal ist die See zu sehen, dann verläuft die Route wieder ein Stück landeinwärts. Bei Kalix werfen wir einen hoffentlich letzten Blick für diese Reise auf das Gewässer, der nördlichste Punkt der Ostsee ist für uns hier erreicht. Es regnet weiterhin, und als es nach einem Gang in den Supermarkt weitergeht, lassen uns die nassen Klamotten im Fahrtwind zunächst ein wenig frösteln. Nach 20 Kilometern ist ein weiteres Mal das Ende einer Asphaltstrecke erreicht, und über Schotterpisten geht es munter Hügel rauf und wieder runter. Weder die Landschaft noch das Wetter ändern sich. Irgendwann ist aufgrund der Anstiege auch die untere Bekleidungsschicht durchnässt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wird alles noch ein wenig gleichgültiger. Die Zeit ist ohnehin kein Thema, und ob es nun steiler oder flacher weitergeht, tut auch nicht mehr viel zur Sache. Also wird geradelt, bis Hungergefühle sich breit machen. In einem Dorf mit für mich finnisch anmutenden Namen, Kattilasaari am Leipijarvi, nutzen wir eine Unterstellmöglichkeit, um aus dem Reiseproviant zu zehren. Bei der Gelegenheit stellen wir fest, dass wir in Nordschweden angekommen sein müssen. Im Nu sind wir von Mücken und anderem fliegenden Getier umgeben und sehen uns genötigt, vor dem Biss in das Brötchen die unbedeckten Körperteile mit Autan einzubalsamieren; die schwedische Wunderwaffe, Mygga, muss warten, bis die chemische Keule aus Deutschland aufgebraucht ist oder sich als wirkungslos herausstellt.
Gegen 17:30 Uhr sind auch die letzten Meter Holperstrecke überwunden, als wir den Campingplatz von Kukkola erreichen. Auf einen Abstecher in das 16 Kilometer entfernt liegende Haparanda beziehungsweise dem finnischen Nachbarort Tornio verzichten wir. Räder wie Packtaschen, Schuhe und selbst die Hosen hoch bis zum Knie sind erdig besprenkelt, die Ketten quietschen in Besorgnis erregender Weise und auch wir sind mitgenommen genug, als dass uns gut 30 weitere Kilometer zu einer Stadtrundfahrt und allerletzten Rückkehr an die Ostsee motivieren könnten. Durchnässt entscheiden wir uns auch an diesem Tag statt dessen dazu, in einer der Hütten zu übernachten, auch wenn man uns dafür das Doppelte dessen abknüpft gegenüber dem, was wir am Vortag zahlten. Dafür machen wir die Erfahrung, dass Preis und Leistung in einem umgekehrt proportionalen Verhältnis zueinander stehen. Die Holzschachtel ist die kleinste, die wir bislang betreten haben, um am Tisch zu sitzen, muss man auf der Matratze Platz nehmen, und als sich auch der Strom nicht einzuschalten lässt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich mich erneut an die Rezeption wende. Man bittet vielmals um Entschuldigung, versucht irgend jemanden telefonisch zu erreichen, der Abhilfe schaffen könnte, doch schließlich ist der Punkt erreicht, wo man uns ein „Upgrade“ anbietet – eine 4-Personen Hütte mit Bad. Nicht hundertprozentig begeistert nehme ich das Angebot an, Ute ist hoch erfreut, und noch einmal bepacken wir die Räder, um ein paar Meter weiter das neue Quartier zu beziehen. Schauten wir noch am Morgen beim Blick aus dem Fenster auf die Ostsee, so liegt diesmal nur 20 Meter entfernt der Tornionjoki, der hier die Grenze zwischen Schweden und Nachbarland im Osten markiert. Der Fluss verengt sich in Höhe des Campingplatzes und tosend drängen sich die Wassermassen über Felsen. Was uns jedoch mehr ins Schwitzen bringt ist die Temperatur in einer Sauna, in der wir uns nach dem Auspacken aufwärmen, bevor wir dem Internet unsere geistigen Ergüsse anvertrauen.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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