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Reisetagebuch

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Bilder

2013-07-04

69. Tag: 82 Kilometer (Gesamt: 4902)
Strecke: Innerleithen (11:15 Uhr) - Norham (18:00 Uhr)
Wetter: bewölkt, max. 17°, zeitweise starker Wind aus SW

Der Donnerstag ist anfänglich geprägt von Wasser. In der Nacht und am Morgen regnet es, außerdem stelle ich beim Öffnen unserer Packtasche mit den Küchenutensilien fest, dass eine vormals volle Wasserflasche leer ist – dafür ist ein Teil des Inhaltes nass. Streichhölzer und Mückenspiralen triefen, Trockentücher haben sind in Feuchttücher verwandelt, und auch der bislang selten genutzte Kocher ist nicht verschont geblieben, doch das Wetter verhindert eine eingehendere Beschäftigung mit den Teilen.
Gegen 11:15 Uhr folgen wir den hinter dem Campingplatz fließenden Fluss Tweed in Richtung Nordsee. Der Radwanderweg erinnert mich an unsere Tour Ostern die Lahn entlang. Mal radeln wir an einem der umgebenden Hügel entlang, dann wieder im Tal, lediglich von der Uferböschung vom Wasser getrennt.
Nach 30 Kilometern erreichen wir den Ort Melrose. Waren die bisherigen Dörfer eher Menschen verlassen an diesem Tag, so ist hier mehr auf der Straße los. Eine Reihe von Geschäften lockt mit gewonnenen Auszeichnungen – award wining products, andere mit Weltberühmtheiten, von denen wir noch nie gehört haben. Wir begnügen uns mit einer Flasche eines Energiegetränks sowie einem Eis. Letzteres lassen wir uns auf der Straße schmecken, während wir mit gleichgesinnten Engländern, die hier ein paar Urlaubstage verbringen, quatschen. Nach dem Verlassen des auf Touristen fokussierten Dorfes treffen wir auf Landsleute, die wie wir mit dem Rad unterwegs sind. Sie halten an, reden direkt in unserer Muttersprache auf uns ein und machen den Eindruck, dass sie einen aufgelösten Haushalt mit sich führen. Der Anhänger ist prall gefüllt und die Packtaschen sehen ebense aus. Ich bilde mir mit dem erklommenen Nordkap im Rücken nicht all zu viel ein, doch was die beiden von sich geben, klingt nach reichlich Schaumschlägerei. Drei Wochen für eine Tour durch Schottland, zunächst hoch nach Inverness, doch wahrscheinlich in Anbetracht der Hügel und des Gegenwindes eine gemäßigtere Variante, so-und-soviel Höhenmeter und noch kein Tag Pause, da kann ich mir ein paar Andeutungen dessen, was wir bislang hinter uns gelassen haben, nicht verkneifen, bevor es weiter geht.
Mit dem Wind haben wir Glück. Zwar hat dieser seine Richtung nicht geändert, dafür aber wir. Der Weg aus Edinburgh raus nach Innerleithen hat uns weit in das Land hinein geführt, nun geht es zurück an die östlich gelegene Küste, bei stürmischen Böen aus Südwest. Was Landschaft und Bebauung betrifft, so hat sich im Vergleich zum Vortag nicht viel verändert. Es bleibt hügelig, die Häuser liegen verstreut entlang der Strecke, darüber hinaus fast ständig abgegrenzte Flächen. Zäune, Mauern, Hecken – irgendwie habe ich den Eindruck, das der Schutz des eigenen Grundstücks einen gewissen Stellenwert hat. Ebenso fallen mir immer wieder die Warn- und Hinweisschilder auf, die überall angebracht sind. Ich warte nur noch auf eines das informiert, dass das Leben an sich gefährlich sein kann. In nahezu jedem Bad wird davor gewarnt, dass das warme Wasser heiß sein kann und der Boden rutschig. Jedes Dorf begrüßt die Autofahrer damit, vorsichtig zu fahren, und dankt dafür am Ausgang. Am Strand die Warnung vor den Gefahren bei einer Sturmflut, auf dem Gehweg die Mahnung, dass Radfahrer Fußgänger nicht umzufahren haben, auf Grünflächen das Verbot für Ballspiele und nicht angeleinte Hunde, und so weiter. Gut, vieles davon gibt es auch in Deutschland, aber die Dichte und Anzahl der Schilder ist schon erstaunlich. Da verwundert es nicht, dass der gegängelte Brite beim Verlassen der Landesgrenzen schon mal über die Stränge schlägt, so zumindest meine Gedanken an Auftritte im Süden, die natürlich nur für eine Minderheit zutreffen, die ebenso unangenehm auffällt wie diverse Vertreter anderer Nationen auch, einschließlich der Deutschen.
Das Radeln beenden wir in Norham, dem nahezu ersten Dorf in England, das auf dem Weg liegt. Der nächste Campingplatz ist noch einige Kilometer entfernt und im Vorbeifahren stolpern wir über ein „bed and breakfast“ Schild vor einem Pub. Von der vor der Tür stehenden Dame erfahren wir, dass noch ein Zimmer frei ist und was es kostet. Ein Blick in die Räumlichkeiten und wir entscheiden uns, es bei der Kilometerleistung zu belassen. Der Altbau hat zwar seine Tücken, aber ebenso seinen Charme. So kostet es einige Fantasie und Zeit herauszufinden, wie das warme Wasser der relativ neuen Dusche zu entlocken ist. Dazu nehmen wir das Angebot unserer Gastgeber dankend an, uns zu einem knapp drei Meilen entfernten Restaurant zu chauffieren und uns nach Mahl dort wieder abzuholen, bevor wir uns um 21:00 Uhr mit den Rechnern vor uns auf den Matratzen breit machen und den freien Zugang des Hauses zum Internet nutzen.




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