Reisetagebuch

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Bilder

2013-07-22

87. Tag: 90 Kilometer (Gesamt: 6226)
Strecke: Wissant (10:15 Uhr) - Vron (19:15 Uhr)
Wetter: sonnig, 30°

Der Montag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück im Garten unserer Pension mit Hajo und Hilde. Im Halbschatten lassen wir uns Baguette und Kaffee schmecken und plaudern noch eine Weile. Die beiden bleiben noch einen Tag, ich dränge gegen 11:00 Uhr so langsam, dass wir loskommen. Da Ute gerade dabei ist, über den Verbleib ihrer entsorgten Trinkflasche zu referieren, ernte ich Worte des Missmutes, doch letztendlich kann ich mich durchsetzen.
Nach kurzem Zwischenstopp im Ort widmen wir uns dem ersten Anstieg. Keuchten wir Tags zuvor das Cap-Blanc-Nez empor, so ist es an diesem Tag die graue Steilküste, die Achselnässe aufkommen lässt. Richtig arg wird es allerdings erst knapp 20 Kilometer später, als wir in der Mittagssonne hinter Boulogne-Sur-Mer absteigen um gute hundert Meter Höhenunterschied zu bewältigen – dass es sich um einen Anstieg handelt, versteht sich von selbst.
Gegen 15:00 Uhr liegt nach 50 Kilometern vor Etaples ein Friedhof am Straßenrand, an dem ein weißer Grabstein neben dem anderen steht, und es sind derer hunderte. Im Schatten einiger Bäume breiten wir unsere Decke aus und gönnen uns anderthalb Stunden Ruhe. Laut Wettervorhersage sei an diesem Tag der vorläufige Rekord der Hitzeperiode erreicht. Ich halte es zwar für ein wenig pietätlos an dieser Stelle zu pausieren, doch andererseits kreisen meine Gedanken um das Schicksal der wahrscheinlich jungen Männer, deren Leben im ersten Weltkrieg ein viel zu frühes Ende fand. Was mag die Menschen bewegt haben, sich, meines Erachtens sinnlos, zu massakrieren. Blinder Befehlsgehorsam? Überzeugung? Hatte der Tod der Soldaten einen tieferen Sinn? Immerhin, so steht auf einer Tafel zu lesen, ist das Areal ein Geschenk der Franzosen an die Briten, deren Landsleute hier beigesetzt sind. Ein paar Besucher laufen mit Fotokameras umher, wenige machen den Eindruck, dass sie auf der Suche nach einem bestimmten Grabstein sind. Was aber alle eint, so zumindest mein Empfinden, ist eine gewisse Betroffenheit in Anbetracht der Dimension der Gedenkstätte.
Anschließend geht es für uns landeinwärts weiter. Die Küste liegt stellenweise noch 10 Kilometer entfernt, doch weder von Seewind noch von Badegästen ist etwas zu spüren. Die Luft ist schwül warm, und wir sind froh, als nach einer Ehrenrunde um das Gelände auf dem Campingplatz ankommen, der unter anderem mit einem Swimming Pool aufwartet. Was Begeisterungsstürme jedoch unterdrückt ist die Tatsache, dass es kein Restaurant gibt, auch wenn Messer und Gabel auf den Schildern an der Straße anderes vermuten ließen, sowie der Hinweis, dass das Pool um 20:00 Uhr geschlossen wird. Entsprechend verabschieden wir uns von der Vorstellung, an diesem Tag eine warme Mahlzeit einnehmen zu können und stürzen uns zunächst einmal in das wohl temperierte Nass. Nach einer halben Stunde dann der nächste Tiefschlag. Dass in der Scheune, in der Toiletten und Duschen untergebracht sind, kein Licht ist, darüber informierte uns der Platzwart bereits. Dass aber insbesondere die Toiletten sich in einem Zustand befinden, der Ekel erregend ist, blieb unerwähnt – und das bei einem Preis von 19 Euro für die Übernachtung.
Größere Geschäfte verkneifend nutzen wir nach Sonnenuntergang die Sitzgelegenheiten rund um die Rezeption, um zumindest unsere Erlebnisse des London Besuchs nachzuliefern.




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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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