Reisetagebuch

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2013-07-26

91. Tag: 55 Kilometer (Gesamt: 6496)
Strecke: Maisions-Laffitte (11:15 Uhr) - Paris (19:00 Uhr)
Wetter: unterschiedlich bewölkt, 28°

Die Nacht auf dem Campingplatz vor den Toren von Paris hätte gerne ruhiger sein dürfen. Über die nahe gelegene Eisenbahnbrücke donnern die Züge, ein Flughafen kann auch nicht weit entfernt sein, vom Straßenverkehr dringt ebenfalls noch genug Lärm herüber, und irgendwann in der Nacht gewittert es. Als am Morgen um kurz vor 08:00 Uhr der Wecker tönt, nieselt es immer noch leicht, doch im Zelt hört es sich wilder an als es in Wirklichkeit ist.
Da die für den Tag geplante Strecke überschaubar ist, es sollen keine 60 Kilometer werden, hält sich der Drang, frühzeitig los zu kommen, in Grenzen. Als es dann soweit ist, geht es zunächst ein paar hundert Meter zurück und schließlich über die Brücke nach Sartrouville an das andere Ufer der Seine. Dort folgen wir der bereits am Vortag kennen gelernten grünen Route, die die Hauptstädte Englands und Frankreichs verbindet, und radeln abseits des Straßenverkehrs entlang der Seine bis Le-Pecq, wo es zunächst weniger ruhig weiter geht. Bis Marly-le-Roi geht es über eine stark befahrene Straße 150 Meter den Hügel hinauf, dann knicken wir in den dortigen Park ab und bekommen einen kleinen Vorgeschmack dessen, was uns in Versailles erwartet. Getrübt wird das Erlebnis nach der Bewältigung eines Hanges die Räder hoch schiebend dadurch, dass es nicht wie geplant weiter geht. Ein verriegeltes Tor verhindert die Fahrt durch eine Grünanlage; das Volk, der Pöbel, der Mob – wie auch immer, Menschen wie wir, mögen doch gefälligst den Weg über die Straße nehmen anstatt durch die edlen Ländereien. Zwar gibt es dort eine Fahrradspur und der Weg führt bei drückender Luft durch ein angenehm schattiges Waldgebiet, doch auch bei der nächsten Gelegenheit gelangen wir nicht wie beabsichtigt in die Gärten des Schlosses von Versailles und ich begrabe schon fast die Hoffnung, dort mit Ute hindurch radeln zu können. Glücklicherweise fällt uns aber im Vorbeifahren an einer anderen Stelle eine Zugangsmöglichkeit auf und wir landen wieder auf der Zuhause ausgearbeiteten Route. Im westlichen Teil des Parks ist es noch einigermaßen ruhig, doch je mehr wir uns entlang des hiesigen Grand-Canal dem Schloss nähern, um so bevölkerter sind die Wege, Wiesen und Bänke. In der Nähe eines Restaurants lassen wir uns im Halbschatten auf einer der Steinbänke nieder und Ute investiert in Eis und Limo. Nachdem die Hände wieder frei sind macht sie sich auf, die Treppen zu bewältigen und den Prunkbau soweit zu bewundern, wie es ohne das Zahlen von Eintrittsgeldern möglich ist, während ich mich mit einem halbwachen Auge der Bewachung unserer Habseligkeiten widme. Als sie fasziniert und begeistert zurück kehrt, hat sich gerade eine Familie aus Australien neben uns breit gemacht, die die 16-jährige Tochter nach einer Europarundreise für ein Jahr in Deutschland verabschieden will. Der Vater ist Deutscher, die Familie hat bereits einige mehrtägige Radtouren im Heimatland hinter sich, und so entwickelt sich rasch ein munteres Palaver.
Nach anderthalb Stunden Pause für mich geht es anschließend durch die Stadt und weiter nach Paris. Die Fahrt in die Hauptstadt Frankreichs führt uns ein weiteres Mal über weite Strecken durch das Grüne, anschließend erleben wir den Feierabendverkehr in der Metropole – oder ist es der allgegenwärtige Wahnsinn auf den Straßen der Stadt?
Mit der ausgearbeiteten Route bin ich recht zufrieden. Wir fahren überwiegend über Radwege, die manchmal nur durch eine Fahrbahnmarkierung kenntlich gemacht sind, andere Male aber grenzt auch ein kleiner Betonwall uns vom fließenden Verkehr ab. Die Sehenswürdigkeiten beschränken sich dabei auf eine Freiheitsstatue auf einer Seine Insel sowie den Eiffelturm aus der Ferne. Ansonsten sorgen die Konzentration auf den Straßenverkehr und der Blick auf das Navigationsgerät am Lenker dafür, dass wir von eventuellen weiteren touristischen Attraktionen nicht zu viel mitbekommen, dafür aber ohne große Umwege oder Probleme zum gebuchten Hotel im fünften Stadtbezirk finden.
Die Unterkunft selbst erfüllt die Erwartungen, die ich an das Haus einer weltweit verbreiteten Kette hatte. Das Zimmer ist sauber, der Weg in die vierte Etage über einen Aufzug erreichbar, lediglich eine Unterstellmöglichkeit für die Räder hinter verschlossenen Türen kann man uns nicht bieten, so dass wir unsere Drahtesel am Geländer einer Metro Station auf der anderen Straßenseite abschließen müssen, in der Hoffnung, sie ebenso dort wieder fortfahren zu können. In Anbetracht demolierter Zweiräder am Straßenrand mit verbogenen Felgen oder aufgeschlitzten Reifen bleibt durchaus ein fader Beigeschmack.
Gegen 20:30 Uhr begeben wir uns frisch geduscht noch einmal auf die Straße. Wir folgen der Empfehlung des Rezeptionisten und schlendern zu Fuß in eine der Seitenstraßen, die in ein Kneipenviertel führt. Bei milden Temperaturen drängt sich jede Menge Volk auf den Straßen, in den Bars und Restaurants, und kurze Zeit später sind wir ein Teil davon. Neben einem Kanadier aus Montreal sitzen wir draußen bei einem Italiener, tauschen Urlaubserlebnisse und bummeln schließlich mit einem Eis in der Hand noch ein wenig durch die Gassen. Auf einen erhofften Live Auftritt einer Blues- oder Rockband müssen wir an dieser Stelle leider verzichten, statt dessen lassen wir den Abend im Hotelzimmer vor den Bildschirmen unserer Rechner ausklingen und überlegen, ob wir am nächsten Tag die Stadt besser per Velo oder per Metro erkunden wollen.




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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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